Da sitze ich in meinem Sessel am frühen Morgen. Ich habe mir einen Cappuccino gemacht und zünde eine Kerze an. Dann ziehe ich die Rolladen hoch und staune, weil der Mond noch zu sehen ist zu dieser Uhrzeit.
Es dämmert vor sich hin, während ich Schluck für Schluck etwas wacher werde. Die Welt draußen verändert sich und der Grundton wandelt sich vom düsteren Blaugrau zum pastelligen, sanften Hellblau. Das nennt man wohl "Morgenschimmer". Ich ahne mehr und intensivere Farben, auch wenn sie jetzt noch nicht zu sehen sind. Ich ahne Verletztheit, die durch den vorbeifahrenden Rettungsdienst versorgt wird. Ich ahne Vögel, die gleich an den frostigen Äpfeln im kahlen Apfelbaum knabbern. Und ich ahne einen schönheitsliebenden Gott hinter dem Horizont meiner Augen. Morning has broken, dem Winter zum Trotz.


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